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Interview

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Innenausschuss des Schweriner Landtages tagt im von Rechten terrorisierten Dorf Jamel

Seit 1992 kommt der kleine Ort Jamel, bei Gägelow (nähe Wismar) nicht mehr aus den Schlagzeilen. Damals feierten 120 Neonazis im Gutshaus von Sven Krüger den Geburtstag von Adolf Hitler. Dabei kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit einer Nachbarsfamilie, die sich nur unter Zuhilfenahme einer Schrotflinte und der sich in ihrem Haus verschanzten Polizisten erwehren konnte. Fortan kam es immer wieder zu übergriffen auf die Nachbarschaft. Fremde, Besucher oder gar neu zugezogene Bewohner werden solange terrorisiert, bis diese letztlich aufgeben und aus Jamel wegziehen. Unter anderem wurden mehrere Wohnhäuser verwüstet oder niedergebrannt. Vor einigen Jahren hielten die Rechtsextremisten militärische Kampfübungen im benachbarten Forst ab. Der Polizei wurde lange Zeit vorgeworfen, das Problem zu unterschätzen und untätig zu sein. Siehe dazu einen Artikel in der Taz unter http://www.taz.de/pt/2003/10/17/a0027.1/text.ges,1

Grund genug für den Innenausschuss des Landtags von M-V am Donnerstag (25.01.07) die regelmäßige Sitzung aus dem Schweriner Schloss nach Jamel zu verlegen. Die Demokraten würden nicht zulassen, “dass Rechtsradikale ganze Dörfer terrorisieren”, begründete der Vorsitzende des Innenausschusses, Norbert Nieszery (SPD), den geplanten Vor-Ort-Termin. Die Gesellschaft dürfe nicht wegsehen und wachsende Intoleranz und Gewaltbereitschaft hinnehmen. In dem Ausschuss sitzt auch ein Vertreter der rechtsextremen NPD. Das Gremium wolle durch seine Anwesenheit demonstrieren, dass “solchen bedenklichen Entwicklungen entschlossen entgegen getreten werden muss”, so der SPD-Politiker. Es sei wichtig, dass sich das Parlament auch vor Ort zeige und den Bürgern gelebte Demokratie nahe bringe. Auch deshalb werde der Innenausschuss künftig verstärkt Sitzungen außerhalb von Schwerin ansetzen.

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