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Interview

Sängerin und Songwriterin Katharina Franck über ihre Motivation in Rostock zu sein, Nazis, Demos und Jugendarbeit. mehr

Interview mit Morning Rain

Stefan: Ich bin Stefan, das ist Katharina und das ist Matti. Und dahinten sitzt noch Robert, der jetzt nicht uns beiwohnt. Aber wir sind Morning Rain aus Greifswald, eine junge Band, die aber schon etwas länger existiert, und machen Rockmusik.

DGB-Jugend: Sehr schön. Gibt es für euch eine besondere Motivation, einen besonderen Ansporn, gerade heute hier am 1. Mai mit ner Nazidemo im Rücken zu spielen?

Stefan: Also wir hatten auch schon mal ein Angebot der Jusos, bei denen zu spielen, auf irgendeiner Tagung oder was es war. Und das haben wir abgelehnt, weil es uns zu parteigebunden war. Aber das hier ist erst mal ein guter Anlass, weil es viele Leute zusammenbringt, die gerne Musik hören und wir stellen uns hier nicht in den Dienst irgendeiner Partei sondern sind allgemein gegen Rechts. Und das ist ja eine Meinung, die von uns allen ja auch vertreten wird. Und deswegen ist es auch eine Sache, die wir angenommen haben und die uns auch Spaß macht.

DGB-Jugend: Sehr löblich, find ich auch gut.

Matti: Wir haben keinen Bock auf irgend so einen politischen Quark.

DGB-Jugend: Ja, finde ich gut. Wann wart ihr zuletzt mal auf der Straße, wann habt ihr zum letzten mal demonstriert und für was oder gegen was?

Katharina: Ich hab zum letzten mal in Greifswald gegen Bildungsabbau an der Uni demonstriert. Und das war glaube ich vor zwei Jahren oder so. Da bin ich durch Greifswald marschiert. Ansonsten war ich nicht so groß politisch aktiv.

Matti: Ja ich demonstriere generell nicht, weil mir da meistens zu viele Idioten dabei sind, die nicht dahinter stehen oder einfach nur mitgehen, weil sie Langeweile haben.

Stefan: Ich bin ja noch ein junger Mensch und dies ist ja meine Schwester *zeigt auf Katharina* und meine Schwester hat ja meistens mit demonstriert.Ja Bildungsabbau... als es um Bildungsabbau ging und um Unigebühren, da war ich noch gar kein Student, da habe ich noch nicht dafür demonstriert. Aber allgemein bin ich auch nicht so der Demonstrationsbeiwohner. Aber ich mache lieber Musik dafür.

DGB-Jugend: Ok. Habt ihr selbst irgendwie Erfahrungen mit Nazis oder in eurer Umgebung jemand?

Stefan: Das einzige, was wir gemacht haben... wir haben schon zweimal in Torgelow gespielt, was ja nun ... also die Torgelow-Eggesin-Ecke gilt ja als starke NPD-Wählerschaft. Aber selbst da sind wir in keinerlei Berührung überhaupt mit denen gekommen. Also da scheinen mir die Linken oftmals genauso radikal zu sein wie die Rechten, auch wie sie die Polizei heute Vormittag blockiert haben, war ja auch eine sehr seltsame Aktion. Also wir sind negativ noch nicht mit den Nazis in Berührung gekommen. Allgemein sind wir -glaube ich- noch gar nicht mit Nazis in Berührung gekommen, das ist das Seltsame. Man protestiert irgendwie dagegen aber – ich hab auch heute hier, wo wir gegen Rechtsradikalismus demonstrieren, noch keinen einzigen Nazi gesehen. Die werden so abgeschottet, dass wir eigentlich keine Ahnung haben, dass die Nazis überhaupt hier sind. Also man kriegt von ihnen überhaupt nix mit.

Katharina: Ja also ich wollt nur sagen, obwohl ja Greifswald mal so ein bisschen als Hochburg da aufgepuscht wurde, von wegen ,Nazis und Ausländer zusammenschlagen`. Also wir persönlich haben damit keine Erfahrungen gemacht, außer halt das, was man so hört und was im Untergrund lungert.

DGB-Jugend: Aber ihr seid hier, um Stellung dagegen zu beziehen?

Katharina: Mit der Musik. *lacht*

Stefan: Na wir sind in erster Linie hier um Musik zu machen und in zweiter Linie ist natürlich der gute Zweck, dass wir hier Musik machen um unseren Beitrag zu leisten für die Demonstration gegen Rechts.

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